Kulinarische Reise mit Anja

schön beschrieben von Anja:

Eine kulinarische Reise 24.-30.10.2020

Die letzte Woche im Oktober war ursprünglich anders verplant, aber wie man sich derzeit denken kann, durchkreuzte Corona unsere Pläne und damit bot sich diese Zeit perfekt an, um die Blue Sea von Noordschans nach Zieriksee zu überführen. Ich hatte in dieser Woche Urlaub und daher hatten Peter und ich geplant, zu segeln, einige schöne Häfen zu erkunden, und natürlich die gemeinsame Zeit zu genießen. Ich kannte diese Segelgegend noch gar nicht und freute mich sehr darauf, neue Häfen kennenzulernen.
Da Peter zwei schöne Kochbücher zum Thema “Kochen an Bord” in seinem Bücherregal stehen hatte, schlug ich vor, doch aus diesen Büchern ein paar schöne Rezepte auszuprobieren.
Also kauften wir mit unserem langen Einkaufszettel ein und dann ging es ab zur Blue Sea in
Noordschans.
Peter hatte in den letzten Wochen einige Arbeiten am Unterwasserschiff und an der Ruderwelle durchgeführt . Ich hatte ihn dort besucht und war fasziniert von dem Kimmkieler, der so einfach an Land stehen konnte. Ganz anders als meine Trümmerlotte, die mit ihrem Kiel immer hoch aufgebockt stand. Die Blue Sea hatte einfach auf ihren Kielen gestanden, und das hatte einige Arbeiten erleichtert.
Nun erreichten wir Noordschans an diesem Samstag, den 24.10. gegen Mittag. Es war windig, und die Blue Sea erwartete uns schaukelnd im Wasser.

Perfekt gelegen, um unsere Taschen und den Proviant an Bord zu bringen.
Als schließlich alles erledigt war, entschlossen wir uns, direkt abzulegen.
Unser Ziel war Middelharnis.

Der Himmel war bewölkt, aber es regnete nicht und so hatten wir eine schöne Tour. Ich kannte Middelharnis vorher nicht, es ist ein schönes kleines Städtchen. Als erstes Abendessen aus unserer Rezeptauswahl gab es Mediterranes Ofengemüse mit Fetakäse.


Da es am Abend noch recht mild war, aßen wir im Cockpit unter der Kuchenbude und genossen den Abend im Kerzenschein mit einem Glas Rum.
Am nächsten Tag segelten wir nach einem ausgiebigen Frühstück weiter.

Das Wetter war unverändert, der Wind blies mit teilweise 20 kn. Wir segelten nach Hellevoetsluis, allerdings stand hier der Schwell so stark in der Hafeneinfahrt, dass ein anderes Segelboot wie ein Gummiball auf und ab hüpfte . Also drehten wir um, entschieden uns anders und segelten an Middelharnis wieder vorbei. Unser Ziel waren die Volkeraksluizen, an deren Steg wir schließlich festmachten.

Hier waren wir geschützt, eindeutig die bessere Wahl. Hafenkino gab es auch, ganz ohne Hafen. Ein Motorboot schleppte ein etwas kleineres Segelboot herein. Offenbar hatte dieses Probleme mit dem Motor, denn daran wurde später eifrig gewerkelt. Wir gingen ein wenig spazieren und besichtigten die riesige Schleuse. Abends gab es für uns heute Spinat mit Frischkäse und Kirschen und dazu Baguette. Tatsächlich eine gewagte Mischung, aber durchaus lecker.


Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück weiter. Unser Ziel heute: Oude Tonge.

Peter schwärmte von einem wunderschönen Stadthafen, wo wir uns einen Liegeplatz suchen wollten. Die Sonne schien, aber leider passte der Wind heute nicht, so dass wir motoren mussten. Dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch, wir genossen den wunderbaren Tag.

Die Hafeneinfahrt war recht eng, und wie wir feststellten, auch sehr flach. Wir tasteten uns vorsichtig vorwärts, der Alarm ging los, als wir quasi kein Wasser mehr unter den Kielen hatten. Es war wohl nur eine Art Sandbank, dann wurde es wieder tiefer und wir konnten vorsichtig weiter fahren. Wir fanden einen schönen Liegeplatz absolut zentral.

Peter freute sich, mal wieder hier zu sein und wir entschieden uns zu einem Spaziergang in dem Städtchen. Anschließend gab es Vanilleeis mit heißen Rumkirschen zum Kaffee.


Als die Hafenmeisterin wieder da war, meldeten wir uns und genossen dann erstmal eine
ausgiebige heiße Dusche. Ein Traum! Da der Tag wieder sehr angenehm mild war und dies auch am Abend so blieb, aßen wir wieder im Cockpit. Heute gab es Heringsfilet mit Rote Beete und Meerretichcreme. Sehr lecker. Im Kerzenschein mitten in der Stadt zu liegen war wunderschön.


Am nächsten Tag legten wir nach dem Frühstück wieder ab. Der Skipper hätte dabei beinahe seine Smutje vergessen…. 😉 .

Anmerkung des Skippers: Sah nur so aus 🙂

Heute ging es nach Bruinisse, quasi ein Heimspiel für Peter. Der Hafen war
bis zum Frühjahr sein Heimathafen gewesen. Gegen Mittag kamen wir an.
Wir gingen erstmal spazieren und Peter zeigte mir alles, es ist ein großer, aber schöner Hafen mit breiten, hellen Stegen. Zum Mittagessen gab es heute Apfelpfannkuchen mit Vanillecreme.

Die Äpfel hatte ich gestern in Don Papa eingelegt. Sehr lecker! Es regnete und wir verbrachten den Nachmittag mit verschiedenen Arbeiten unter und an Deck, außerdem machten wir Klar Schiff.
Abends gab es Bruschetta mit viel frischem Knoblauch und wir machten es uns vor dem TV
bequem.


Am nächsten Tag legten wir einen Hafentag ein. Das Wetter war schlecht, so dass wir uns ohne schlechtes Gewissen in der Koje einkuschelten. Es gab natürlich auch immer was zu tun an Bord.
Wir stöberten im Yachtzubehörladen nach einer Mütze für Peter und wurden fündig. Am Abend gab es selbst gemachtes Kartoffelpüree mit Stremelachs und einer Apfel- Weinsauce. Wieder mal sehr gelungen.

Am nächsten Tag brachen wir nach einem gemütlichen Frühstück wieder auf. Unser heutiges Ziel war Zieriksee. Leider wieder unter Motor, aber was soll’s. Hauptsache unterwegs.


Vor der Zeelandbrücke mussten wir warten, wir wurden übersehen und die Brücke nicht geöffnet.
Außer uns wollte niemand durch. Schließlich erreichte Peter über Funk den Brückenwärter. Wir warteten fast eine Stunde, die wir mit Kaffee und Keksen überbrückten.
In Zieriksee war ich sehr gespannt auf den legendären Wintersteg mit der Windmühle im
Hintergrund und der beliebten Steg- WG. Hinter der Morian lag die Dalang. Glücklicherweise war dahinter noch etwas Platz, so dass wir das Trio komplettieren konnten. Welch wunderbarer Anblick.

Nach dem Anlegen machten wir auch hier einen Spaziergang, so dass ich nun Zieriksee das erste Mal sah. Ein wunderbar lebendiges Örtchen. Im Sommer musste es zauberhaft, bunt und lebhaft sein. Nun war es Herbst, das Laub bedeckte die Wege und die Menschen liefen nur vereinzelt durch die Straßen. Auch diese Stimmung mag ich an solchen Orten. Es ist wie ein Durchatmen, Luft holen und noch immer blitzte dem Ort der Schalk aus dem Nacken.
Nach dem Spaziergang gab es heute Fritten, der Duft war uns schon während des Rundgangs in die Nase gezogen.
Die erste Nacht im Winterlager. Sehr schön.
Am nächsten Tag machten wir uns auf, um Peters Auto abzuholen. Dies gestaltete sich als sehr abenteuerlich. Wir nahmen den Bus, wobei das Fahrkarten kaufen über eine App organisiert war.
Für je 4 Euro machten wir uns auf grosse Fahrt. Wir stiegen ca 5x um, bereisten das südliche Holland quer durchs Hinterland, und holperten über Feldwege. Nur einer der Fahrer war unfreundlich, die anderen winkten ab, als wir uns nicht eInloggen konnten am Scan der Busse. So kamen wir problemlos fast ans Ziel. Die letzten drei Kilometer gingen wir zu Fuß. Endlich kam der Hafen von Noordschans und damit der Wagen in Sicht. Später fand Peter heraus, dass wir eigentlich je knapp 20 € hätten zahlen müssen.
Zurück in Zieriksee machten wir auf der Blue Sea klar Schiff, packten das Auto mit unserem
Gepäck voll und beendeten diesen schönen Törn. Es hat alles wunderbar geklappt zu zweit, die
Manöver sind (meistens) gelungen, es sind alle Fender mit heimgekehrt und keiner von uns beiden wollte den anderen über Bord werfen.

Was für eine wunderbare Woche.

Anja

Ein sehr schöner Bericht, dem ich mich nur anschließen kann. Es war eine super schöne Woche.

Demnächst mehr….

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