Karlskrona

Für den nächsten Halt haben wir uns Karlskrona ausgesucht und zwar den Hafen Tallebryggan.

Die Fahrt durch die Schärenlandschaft bei bestem Wetter hat uns sehr gefallen.

Tallebryggan

Der Hafen war erstaunlich leer, so dass wir einen guten Liegeplatz bekamen. Später kamen doch noch einige Boote hinzu.

Wir machten dann noch eine kurzen Spaziergang durch den Hafen und genossen das schöne Wetter an Bord.

Wir entschlossen uns, am nächsten Tag (10.8.2021) einen Hafentag einzulegen und uns Karlskrona anzusehen. Eine wirklich schöne Stadt. Auf dem Schiff zurück legte sich eine andere Westerly direkt neben uns, so dass wir ein wenig Erfahrungen austauschen konnten.

Für den nächsten Tag hatten wir uns eine als malerisch beschriebene Ankerbucht in den Schären ausgesucht. Aber zunächst verließen wir Karlskrona.

Die Schären

Nach dem schönen Aufenthalt in Utklippan ging es weiter in Richtung Südschären. Wir entschieden uns für eine Ankerbucht in der Nähe von Torhamn.

Quelle: Navionics

Mit dem Dingi fuhren wir nach Torhamn, um ein paar Vorräte aufzufüllen. Ein sehr netter kleiner Ort. Abends genossen wir das traumhafte Licht.

Die nächste Ankerbucht sollte im Möcklosund kurz vor der Brücke sein. Beim Ankern stellten wir fest, dass irgendetwas an der Ankerkette hing. Nach dem Aufholen kam ein Kabel oder eine Wasserleitung ans Licht. Nachdem wir uns davon befreit hatten, suchten wir einen anderen Platz in der Nähe von Masudden aus.

Quelle: Navionics

Der Ankerplatz war einfach traumhaft. Wir nutzten die Gelegenheit , einige Pocken vom Rumpf zu entfernen, die sich trotz Coppercoat angesammelt hatten. Sie ließen sich aber leicht abschieben.

Wir testeten unser MOB Bergesystem, dass der Voreigner entworfen und installiert hatte. Es besteht aus einem Fall und einer Tasche, in der eine Talje mit einem Rohr verstaut ist. Es ist lediglich die Talje an das Fall zu schäkeln und schon kann mit der Winsch die Person leicht aus dem Wasser geholt werden.

Schließlich machten wir den Grill fertig und verbrachten einen schönen Abend. Nach Ende des Grillens diente der Grill als kleine Heizung, da es Abends schon frisch wurde.

Weiter geht’s

Am 5.8.2021 verließen wir Rönne und starteten Richtung Utklippan. Mit ein bisschen Wind und Sonne sollte es ein schöner Segeltag werden. Dank unserer neuen Kühlbox konnten wir unterwegs ein Eis genießen.

Utklippan erreichten wir gegen 19:00 Uhr und konnten im Päckchen festmachen. Es war ziemlich voll, zumal eine 70 Fuß Yacht sich in das enge Becken gezwängt hatte. Bevor wir am nächsten Tag Richtung Schären starteten, besichtigten wir noch die Insel.

Urlaub mit Anja

Nachdem ich bis auf die Wochenenden alleine unterwegs war, hatte Anja endlich Urlaub. 3 Wochen am Stück!

Anja war mit dem Zug von Rostock nach Stralsund gekommen. Wir wollten es langsam angehen lassen und genossen den Abend im Stadthafen mit Blick auf die neue Brücke.

Den Samstag nutzten wir um uns in Stralsund um zu sehen. Die Stadt gefiel uns und wir bummelten eine ganze Zeit herum.

Den Nachmittag und Abend nutzten wir, um gemütlich einen Blick in die Karten und einen Törnführer zu werfen. Dabei durfte ein guter Tropfen aus unserem reichhaltigen Vorrat natürlich nicht fehlen.

Am 1. August ging es dann früh morgens los. Unser Ziel war Bornholm. Zwar war das Wetter nicht so schön, aber der Wind passte ganz gut. Mit einer Reihe anderer Boote fuhren wir zunächst durch die alte Ziegelgrabenbrücke und weiter durch den Strehlasund.

Wir hatten zunächst vorgehabt, bis Sassnitz zu segeln und dann weiter nach Rönne. Aber es lief gut und so beschlossen wir, direkt nach Bornholm zu segeln.

Das erwies sich als Fehler, denn gegen Nachmittag verschlechterte sich das Wetter entgegen der Vorhersage erheblich.

Der Wind nahm immer mehr zu und die Wellen erreichten beachtliche Höhen, so dass wir uns wie in der Waschmaschine fühlten. Daher gibt es von der Nacht auch keine Bilder.

Gegen 09:00 Uhr erreichten wir dann Rönne, wo wir mit Mühe einen Platz im Hafen fanden. Das Anlegemanöver war schwierig wegen des starken Windes und weil wir auch nicht mehr „taufrisch“ waren.

Mit Hilfe eines hilfsbereiten Nachbarn konnten wir schließlich das Boot festmachen und gönnten uns erstmal eine Mütze Schlaf.

Nachdem wir uns von der ungemütlichen Überfahrt erholt hatten, besichtigten wir erstmal den Hafen, der uns sehr gut gefiel. Noch immer klatschten die Wellen über den Wellenbrecher.

Später gönnten wir uns eine Caipirinha.

Am 3.8.2021 erkundeten wir Rönne. Der Ort gefiel uns sehr gut. Immerhin gab es Pölser.:-)

Am nächsten Tag brachen wir zeitig auf; das Ziel waren die Erbseninseln. Der Wind hatte leider seine Tätigkeit eingestellt, so dass motoren angesagt war. Dafür entschädigte uns die Sonne.

Gegen Mittag erreichten wir Christiansö. Die Insel war schon gut besucht, so dass wir einen Platz im Päckchen nehmen mussten, was aber in Ordnung war. Christiansö ist zauberhaft. Anja ruderte mit dem Dingi einmal um die Inseln und begegnete Auge in Auge einem Seehund. Wer überraschter war, weiß ich nicht.

Im nächsten Teil geht es weiter nach Utklippan und in die Südschären.

Weiter geht’s

Nach meiner kleinen Runde durch die dänische Südsee kam Anja mich in Maasholm besuchen. Dort verlebten wir ein entspanntes Wochenende. Wir segelten gemeinsam nach Schleswig, da ich von dort Anja mit meinem Auto zurück zu ihrem in Maasholm geparkten PKW zurückbringen konnte.
Am 26. und 27. Juni kam Anja wieder nach Schleswig und wir segelten ein wenig auf der Schlei herum.


Am nächsten Wochenende hatten wir Gäste an Bord. Anja Schwester Britta und ihre Tochter Constanze. Gemeinsam segelten wir ein wenig auf der Schlei umher, badeten und ließen es uns gut gehen.


Am nächsten Wochenende segelten wir gemeinsam wieder nach Maasholm, drehten eine Runde über die Ostsee, und ankerten wieder in der traumhaften Bucht vor Maasholm.

Dort testeten wir unseren neuen Grill.

Da mein Windgeber ausgefallen war, nutzten wir das schöne Wetter für einen Ausflug in den Mast. Auch Anja wollte mal diese Erfahrung machen.

Es zeigte sich, dass der Reedkontakt, der für die Messung der Windgeschwindigkeit zuständig war, defekt war. Bis zum Eintreffen des Ersatzteils musste es auch so erst mal gehen.


Da langsam Anjas Urlaub anstand, und wir gemeinsam in Richtung Schweden segeln wollten, machte ich mich am 13. Juli alleine mit der Blue Sea auf in Richtung Heiligenhafen.

Unterwegs begegnete mir die Alexander von Humbold II, die mich per Funk bat, ihr den Vorrang zu lassen, was ich natürlich tat.


Am Wochenende kam Anja mit ihrem PKW nach Heiligenhafen , wo wir die Nacht vor Anker verbrachten.

Am nächsten Morgen segelten wir gemeinsam Richtung Burgtiefe auf Fehmarn. Da Anja eine Mitfahrgelegenheit von Travemünde nach Heiligenhafen, wo ihr Auto stand, gefunden hatte, segelten wir gemeinsam von Burgtiefe nach Travemünde.


Ich segelte im folgenden zunächst nach Rerik, wo ich schon einmal im letzten Jahr gewesen war, ankerte dort und blieb ein paar Tage.


22. Juli verließ ich Rerik und segelte Richtung Rostock, wo ich eine schöne Ankerbucht direkt in der Nähe des Hafens kannte . Von dort segelte ich am nächsten Tag zum Stadthafen Rostock, wo ich mit Anja verabredet war. Am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam nochmal zur Ankerbucht, um dort ein entspanntes Wochenende zu verbringen. Hier konnte ich auch die Windanzeige erfolgreich reparieren.

Nachdem ich Anja in Rostock wieder abgesetzt hatte, segelte ich am nächsten Morgen in Richtung Stralsund, wo wir unsere gemeinsame 3 wöchige Urlaubsreise in Richtung Schweden starten wollten.

Da ich noch Zeit hatte, ankerte ich zunächst vor Barhöft, um am nächsten Tag den Bodden zu erkunden.

Quelle: Navionics

Am nächsten Morgen fuhr ich in den Bodden , wo ich vor Dabitz ankerte und mehrere Tage bei leider schlechtem Wetter und Sturm blieb.

Schließlich machte ich mich nach Stralsund auf. In der engen Fahrrinne des Bodden herrschte eine beträchtliche Strömung. Zudem gab es 6 Windstärken.

Schließlich traf Anja auch im Stadthafen von Stralsund ein, von wo wir den Törn starten wollten. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

Was tun?

Nachdem die Brücke in Lindaunis noch mindestens eine Woche gesperrt sein würde, hatte ich keine Lust, darauf untätig zu warten.

Ich brach daher von Maasholm, wo ich wieder geankert hatte, in Richtung Sonderborg auf. Der Wind passte einigermaßen und das Wetter war schön, so dass ich nach kurzer Zeit die Brücke in Sonderborg passieren konnte.

Ich wollte aber nicht in die Stadt, sondern segelte den Alssund hoch und ankerte schließlich in Dywig.

Eine wirklich schöne Ecke.

Weiter wollte ich dann eigentlich in die Haesnes Bucht, aber der Wind stand dafür ungünstig, so dass ich direkt nach Lyo weitersegelte. Auch vor Lyo habe ich geankert, der Hafen war wie so oft voll.

Aber ich liege auch lieber vor Anker.

Der nächste Hafen sollte dann Mommark sein. Da war ich noch nicht und ich habe viele schöne Dinge über den Hafen gehört.

Der Kurs passte gut, so dass ich nur mit der Genua schnell unterwegs war.

Der Hafen war noch so gut wie leer, als ich ankam und ich hatte die freie Auswahl.

Der Hafen ist wirklich sehr schön angelegt, der Hafenmeister ein Unikum. Ich habe den Aufenthalt genossen.

Am nächsten Morgen machte ich mich dann auf nach Maasholm, wo ich Anja wieder treffen wollte.

Die nächste Überraschung

Nicht immer läuft alles wie geplant. Doch in diesem Jahr passte nur wenig. Doch zunächst ging alles gut. Ich segelte nach Brunsbüttel, wo ich allerdings eine Stunde auf der Elbe Kreise fahren musste, bis die Schleuse öffnete.

Ich legte mich erstmal in den Yachthafen direkt hinter der Schleuse, wo ich noch einen Platz bekam. Da mein Auto noch in Cuxhafen war, fuhr ich mit dem Bordfahrrad zur Fähre, setzte über, fuhr mit dem Auto wieder zur Fähre, so dass ich letztlich mein Auto in Brunsbüttel hatte. Wenigstens das Wetter passte. Der Radweg längs der Elbe ist echt klasse.

Am nächsten Tag, 4.6.2021, kam Anja dann nach Brunsbüttel, um mit mir durch den NOK zu fahren.

Ihre Schwester sollte uns am nächsten Tag dann begleiten bis zur Gieselauschleuse.

Wir hatten Glück mit dem Wetter und so wurde es eine kurzweilige Fahrt. Unterwegs wurden wir dann noch von Anjas Mutter fotografiert, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollte.

An der Giselauschleuse verließ uns Anjas Schwester und wir genossen den Abend dort.

Am nächsten Morgen legten wir die Reststrecke nach Kiel zurück. Die Fahrt war ziemlich ereignislos, da nicht viele Schiffe unterwegs waren.

In Holtenau, wo Anjas Auto stand, musterte sie ab und ich startete am nächsten Tag in Richtung Schlei. Der Wind meinte es gut mit mir, so dass ich zügig voran kam und schließlich hinter Maasholm vor Anker ging. Dort hatte ich schon häufiger gelegen.

Am nächsten Tag fuhr ich nach Kappeln, wo ich mich mit Anja traf, die dort einen Termin hatte. Da die Boxen quer zum Strom liegen, ist eine gewisse Vorsicht beim Anlegen angebracht. Ich habe da schönes Hafenkino mit verbogenen Bugkörben gesehen.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf Richtung Schleswig; ich wollte endlich mal meinen seit April bezahlten Liegeplatz nutzen.

Doch es kam anders. Die Brücke in Kappeln war kein Problem. Die nächste Brücke in Lindaunis schafft man nicht in einer Stunde von Kappeln aus. Ich sah bei der Anfahrt zur Brücke, wie diese sich gerade wieder senkte. Kein Problem dachte ich, in einer Stunde geht es weiter. Es wurde 14:45 Uhr, es wurde 15.00 Uhr, aber nichts tat sich. Eine Nachfrage bei den Bauarbeitern dort machte mich fassungslos. Die Brücke war mal wieder kaputt und sollte frühestens in einer Woche wieder geöffnet werden. Na Mahlzeit.

Kurzerhand entschloß ich mich, nach Arnis zu fahren und dort den Yachthafen für ein paar Tage aufzusuchen. Ein schöner Hafen mit einem witzigen Hafenmeister.

Anja kam später vorbei, da sie wieder einen Termin in der Nähe hatte. So verbrachten wir einen schönen Abend.

Schreck am Wochenende

Nachdem wir die Überführung unterbrochen hatten, wollten wir ab Cuxhaven starten. Wir hatten Anjas Auto in Kiel Holtenau an der Schleuse abgestellt und waren mit meinem Wagen nach Brunsbüttel gefahren, wo wir die Fähre nach Cuxhaven nahmen.

Nach einem längeren Fußmarsch zum Yachthafen machten wir das Schiff startklar und legten ab, um noch zur Tankstelle zu fahren.

Aber O Schreck, das Schiff schüttelte sich beim Gas geben und die Vibrationen waren unerträglich.

So konnten wir auf keinen Fall starten. Nach kurzer Beratung war klar, dass Schiff musste aus dem Wasser. Die Werft in Cuxhafen hatte aber am Wochenende keinen Schlepper und hätte auch erst in der folgenden Woche tätig werden können.

Also wieder auf die Fähre und das Ganze zurück.

Ich fuhr am Montag wieder nach Cuxhaven und sprach mit der Werft. Da diese immer noch keinen Schlepper hatte, versuchte ich mein Glück bei den Seenotrettern, die nebenan lagen. Nach kurzer Überlegung waren sie bereit, mich zur Werft zu schleppen. Hierfür nochmals ein Dankeschön.

Das Tochterboot nahm mich längsseits und so ging es zur Werrft.

In der Werft kam das Schiff dann am nächsten Morgen in den Kran und da zeigte sich dann das Malheur.

Die Schraube war teilweise abgerissen. Hier kommt wieder das Geräusch in der Schleuse in Ijmuiden ins Spiel. Wahrscheinlich haben wir da ein Kantholz oder so was getroffen, was wohl einen Anriß an der Schraube verursacht hat. In Cuxhaven ist das Blatt dabnn wohl beim letzten Aufstoppen abgerissen. Eine andere Erklärung haben wir nicht.

Nach Beratung mit der Versicherung (Danke, Pantaenius) konnte die Werft dann mit der Inspektion anfangen. Es zeigte sich, dass auch der Wellenbock lose war und die Welle krumm.

Der Wellenbock ist nur zugänglich von innen, wenn der Wassertank ausgebaut wird. Alles in allem eine aufwändige teure Sache.

So kam es , dass das Schiff 1,5 Monate in der Werft lag und repariert wurde.

Ich nutzte die Gelegenheit, gleich einen Flexofold Propeller anzubauen.

Endlich wurde die Reparatur fertig.

So konnte ich die Blue Sea dann doch noch abholen und zunächst zur Schleuse in Brunsbüttel fahren.

Überführung mit Hindernissen

Nach der Überwinterung der Blue Sea in Zierikzee ging es Anfang April bei Sonne los.

Bei wenig Wind ging es zunächst über die Osterschelde Richtung Roompotschleuse. Von dort ging es dann auf die Nordsee in Richtung Ijmuiden, das wir uns als Tagesziel gesetzt hatten. Spät in der Nacht kamen wir im Aussenhafen etwas müde an.

Am nächsten Morgen ging es dann nach einem guten Frühstück durch die Seeschleuse in den Nordseekanal Richtung Amsterdam. In der Schleuse gab es dann ein Geräusch, dass wir aber nicht zuordnen konnten. Da alles auch scheinbar normal lief, maßen wir der Sache keine große Bedeutung bei, zu Unrecht, wie sich später zeigte.

Die Fahrt über den Nordseekanal an Amsterdam vorbei verlief unspektakulär und an der Oranjeschleuse mussten wir auch nicht lange warten. Unterwegs nutzte Anja die Zeit, um ein Brot zu backen.

Im Markermeer angekommen segelten wir bei kalten Temperaturen nach Hoorn, wo wir die Nacht verbringen wollten.

Wegen der Wettervorhersage entschlossen wir uns dann, über die Staande Mastroute von Lemmer aus bis Delfzijl zu fahren, wobei sich die Gelegenheit ergab, Uwe und Melanie in Lemmer zu besuchen. Die Fahrt auf den Kanälen haben wir genossen, obwohl die Temperaturen unterirdisch waren.

Kurz hinter Lemmer fanden wir eine nette kleine Anlegestelle, wo wir die Nacht verbrachten, unbeeindruckt vom starken Wind und eisigen Temperaturen. Gut, dass wir einen gemütlichen Ofen haben.

Am nächsten Tag ging es über Leeuwarden nach Dokkum, wo wir direkt unter der Mühle übernachten wollten. Das Wetter verschlechterte sich immer mehr, so dass wir einige Tage dort verbrachten. Bei Hagel will man nicht unbedingt fahren.

Von Dokkum sollte es eigentlich weiter nach Delfzijl gehen, aber in Groningen sollte eine Brücke defekt sein, so dass eine Durchfahrt nicht möglich war. Kurzerhand fuhren wir weiter in Richtung Lauwersoog, um von dort über die Nordsee nach Cuxhafen zu fahren. Mit Kuchenbude ließ sich auch der Regen und die Kälte aushalten.

Nach ein paar Tagen warten auf ein passendes Wetterfenster ging es dann Richtung Cuxhaven. Die Durchfahrt durchs Seegat von Lauwersoog war spektakulär. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt, aber die Blue Sea geht sehr weich durch die Wellen.

Nach anstrengender Nachtfahrt erreichten wir schließlich Cuxhafen. Da Anja keinen Urlaub mehr hatte, beschlossen wir, Blue Sea in Cuxhaven zu lassen und am nächsten Wochenende die Überführung abzuschließen.

Doch es sollte anders kommen. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

Kulinarische Reise mit Anja

schön beschrieben von Anja:

Eine kulinarische Reise 24.-30.10.2020

Die letzte Woche im Oktober war ursprünglich anders verplant, aber wie man sich derzeit denken kann, durchkreuzte Corona unsere Pläne und damit bot sich diese Zeit perfekt an, um die Blue Sea von Noordschans nach Zieriksee zu überführen. Ich hatte in dieser Woche Urlaub und daher hatten Peter und ich geplant, zu segeln, einige schöne Häfen zu erkunden, und natürlich die gemeinsame Zeit zu genießen. Ich kannte diese Segelgegend noch gar nicht und freute mich sehr darauf, neue Häfen kennenzulernen.
Da Peter zwei schöne Kochbücher zum Thema “Kochen an Bord” in seinem Bücherregal stehen hatte, schlug ich vor, doch aus diesen Büchern ein paar schöne Rezepte auszuprobieren.
Also kauften wir mit unserem langen Einkaufszettel ein und dann ging es ab zur Blue Sea in
Noordschans.
Peter hatte in den letzten Wochen einige Arbeiten am Unterwasserschiff und an der Ruderwelle durchgeführt . Ich hatte ihn dort besucht und war fasziniert von dem Kimmkieler, der so einfach an Land stehen konnte. Ganz anders als meine Trümmerlotte, die mit ihrem Kiel immer hoch aufgebockt stand. Die Blue Sea hatte einfach auf ihren Kielen gestanden, und das hatte einige Arbeiten erleichtert.
Nun erreichten wir Noordschans an diesem Samstag, den 24.10. gegen Mittag. Es war windig, und die Blue Sea erwartete uns schaukelnd im Wasser.

Perfekt gelegen, um unsere Taschen und den Proviant an Bord zu bringen.
Als schließlich alles erledigt war, entschlossen wir uns, direkt abzulegen.
Unser Ziel war Middelharnis.

Der Himmel war bewölkt, aber es regnete nicht und so hatten wir eine schöne Tour. Ich kannte Middelharnis vorher nicht, es ist ein schönes kleines Städtchen. Als erstes Abendessen aus unserer Rezeptauswahl gab es Mediterranes Ofengemüse mit Fetakäse.


Da es am Abend noch recht mild war, aßen wir im Cockpit unter der Kuchenbude und genossen den Abend im Kerzenschein mit einem Glas Rum.
Am nächsten Tag segelten wir nach einem ausgiebigen Frühstück weiter.

Das Wetter war unverändert, der Wind blies mit teilweise 20 kn. Wir segelten nach Hellevoetsluis, allerdings stand hier der Schwell so stark in der Hafeneinfahrt, dass ein anderes Segelboot wie ein Gummiball auf und ab hüpfte . Also drehten wir um, entschieden uns anders und segelten an Middelharnis wieder vorbei. Unser Ziel waren die Volkeraksluizen, an deren Steg wir schließlich festmachten.

Hier waren wir geschützt, eindeutig die bessere Wahl. Hafenkino gab es auch, ganz ohne Hafen. Ein Motorboot schleppte ein etwas kleineres Segelboot herein. Offenbar hatte dieses Probleme mit dem Motor, denn daran wurde später eifrig gewerkelt. Wir gingen ein wenig spazieren und besichtigten die riesige Schleuse. Abends gab es für uns heute Spinat mit Frischkäse und Kirschen und dazu Baguette. Tatsächlich eine gewagte Mischung, aber durchaus lecker.


Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück weiter. Unser Ziel heute: Oude Tonge.

Peter schwärmte von einem wunderschönen Stadthafen, wo wir uns einen Liegeplatz suchen wollten. Die Sonne schien, aber leider passte der Wind heute nicht, so dass wir motoren mussten. Dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch, wir genossen den wunderbaren Tag.

Die Hafeneinfahrt war recht eng, und wie wir feststellten, auch sehr flach. Wir tasteten uns vorsichtig vorwärts, der Alarm ging los, als wir quasi kein Wasser mehr unter den Kielen hatten. Es war wohl nur eine Art Sandbank, dann wurde es wieder tiefer und wir konnten vorsichtig weiter fahren. Wir fanden einen schönen Liegeplatz absolut zentral.

Peter freute sich, mal wieder hier zu sein und wir entschieden uns zu einem Spaziergang in dem Städtchen. Anschließend gab es Vanilleeis mit heißen Rumkirschen zum Kaffee.


Als die Hafenmeisterin wieder da war, meldeten wir uns und genossen dann erstmal eine
ausgiebige heiße Dusche. Ein Traum! Da der Tag wieder sehr angenehm mild war und dies auch am Abend so blieb, aßen wir wieder im Cockpit. Heute gab es Heringsfilet mit Rote Beete und Meerretichcreme. Sehr lecker. Im Kerzenschein mitten in der Stadt zu liegen war wunderschön.


Am nächsten Tag legten wir nach dem Frühstück wieder ab. Der Skipper hätte dabei beinahe seine Smutje vergessen…. 😉 .

Anmerkung des Skippers: Sah nur so aus 🙂

Heute ging es nach Bruinisse, quasi ein Heimspiel für Peter. Der Hafen war
bis zum Frühjahr sein Heimathafen gewesen. Gegen Mittag kamen wir an.
Wir gingen erstmal spazieren und Peter zeigte mir alles, es ist ein großer, aber schöner Hafen mit breiten, hellen Stegen. Zum Mittagessen gab es heute Apfelpfannkuchen mit Vanillecreme.

Die Äpfel hatte ich gestern in Don Papa eingelegt. Sehr lecker! Es regnete und wir verbrachten den Nachmittag mit verschiedenen Arbeiten unter und an Deck, außerdem machten wir Klar Schiff.
Abends gab es Bruschetta mit viel frischem Knoblauch und wir machten es uns vor dem TV
bequem.


Am nächsten Tag legten wir einen Hafentag ein. Das Wetter war schlecht, so dass wir uns ohne schlechtes Gewissen in der Koje einkuschelten. Es gab natürlich auch immer was zu tun an Bord.
Wir stöberten im Yachtzubehörladen nach einer Mütze für Peter und wurden fündig. Am Abend gab es selbst gemachtes Kartoffelpüree mit Stremelachs und einer Apfel- Weinsauce. Wieder mal sehr gelungen.

Am nächsten Tag brachen wir nach einem gemütlichen Frühstück wieder auf. Unser heutiges Ziel war Zieriksee. Leider wieder unter Motor, aber was soll’s. Hauptsache unterwegs.


Vor der Zeelandbrücke mussten wir warten, wir wurden übersehen und die Brücke nicht geöffnet.
Außer uns wollte niemand durch. Schließlich erreichte Peter über Funk den Brückenwärter. Wir warteten fast eine Stunde, die wir mit Kaffee und Keksen überbrückten.
In Zieriksee war ich sehr gespannt auf den legendären Wintersteg mit der Windmühle im
Hintergrund und der beliebten Steg- WG. Hinter der Morian lag die Dalang. Glücklicherweise war dahinter noch etwas Platz, so dass wir das Trio komplettieren konnten. Welch wunderbarer Anblick.

Nach dem Anlegen machten wir auch hier einen Spaziergang, so dass ich nun Zieriksee das erste Mal sah. Ein wunderbar lebendiges Örtchen. Im Sommer musste es zauberhaft, bunt und lebhaft sein. Nun war es Herbst, das Laub bedeckte die Wege und die Menschen liefen nur vereinzelt durch die Straßen. Auch diese Stimmung mag ich an solchen Orten. Es ist wie ein Durchatmen, Luft holen und noch immer blitzte dem Ort der Schalk aus dem Nacken.
Nach dem Spaziergang gab es heute Fritten, der Duft war uns schon während des Rundgangs in die Nase gezogen.
Die erste Nacht im Winterlager. Sehr schön.
Am nächsten Tag machten wir uns auf, um Peters Auto abzuholen. Dies gestaltete sich als sehr abenteuerlich. Wir nahmen den Bus, wobei das Fahrkarten kaufen über eine App organisiert war.
Für je 4 Euro machten wir uns auf grosse Fahrt. Wir stiegen ca 5x um, bereisten das südliche Holland quer durchs Hinterland, und holperten über Feldwege. Nur einer der Fahrer war unfreundlich, die anderen winkten ab, als wir uns nicht eInloggen konnten am Scan der Busse. So kamen wir problemlos fast ans Ziel. Die letzten drei Kilometer gingen wir zu Fuß. Endlich kam der Hafen von Noordschans und damit der Wagen in Sicht. Später fand Peter heraus, dass wir eigentlich je knapp 20 € hätten zahlen müssen.
Zurück in Zieriksee machten wir auf der Blue Sea klar Schiff, packten das Auto mit unserem
Gepäck voll und beendeten diesen schönen Törn. Es hat alles wunderbar geklappt zu zweit, die
Manöver sind (meistens) gelungen, es sind alle Fender mit heimgekehrt und keiner von uns beiden wollte den anderen über Bord werfen.

Was für eine wunderbare Woche.

Anja

Ein sehr schöner Bericht, dem ich mich nur anschließen kann. Es war eine super schöne Woche.

Demnächst mehr….